Warum gibt es diese Seite?

Die Universität zu Köln entschied sich in der letzten Woche, mindestens 32 Studierenden das Weiterstudieren zu verbieten.
Der angegebene Grund hierfür ist, dass die entsprechenden Studienordnungen ausgelaufen sein sollen.
Wenn die Universität glaubt, es wäre ihre Aufgabe Studierende zu sortieren, herauszuschmeißen, oder ihnen Zwangsmaßnahmen anzudrohen glauben wir, dass auf diesen nicht hinnehmbaren Zustand aufmerksam gemacht werden muss.
Wir werden hier übersichtlich alle auffindbaren Informationen zu diesem Vorfall zusammenzutragen und eine Solidaritätserklärung erstellen, die online unterschrieben werden kann.

Außerdem ist es wichtig, diesen Fall nicht losgelöst zu betrachten. In den kommenden Jahren werden tausende Diplom- und Magisterstudierende ihr Studium nicht mehr fortsetzen können. Soziale Härtefälle, gesellschaftliches Engagement, chronische Krankheiten und weitere Gründe für ein verlängertes Studium werden in diesen Prozessen die Leidtragenden sein – wenn wir das nicht verhindern.

mehr Infos: oben auf „Informationen“ klicken

Kontakt für Ergänzungen und Anregungen: erik.marquardt@fzs.de


4 Antworten auf „Warum gibt es diese Seite?“


  1. 1 Blog-o-mat 28. August 2011 um 21:11 Uhr

    Hi, das ist ein (automatisch erzeugter) Kommentar.
    Um einen Kommentar zu löschen, musst Du angemeldet sein, dann hast Du hier die Möglichkeit ihn zu bearbeiten oder eben zu löschen.

  2. 2 Peter Nowak 29. August 2011 um 19:05 Uhr

    Hallo,

    wollte auf diesen Artikel auf Telepolis zum Thema Exmatrikutation hinweisen, den Ihr gerne auch dokumentieren könnt

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/150380

  3. 3 Peter Nowak 31. August 2011 um 1:44 Uhr

    Interview mit AStA Referentin der Uni Köln zum Thema im Neuen Deutschland:

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/205676.waechst-je

    Fragwürdig
    Wächst jetzt die Angst?
    Bilge Gecer über Zwangsexmatrikulationen an der Universität Köln / Bilge Gecer ist Referentin für die Hochschulpolitik und Bildung beim AStA der Universität Köln
    Bild 1
    Foto: ASta Köln

    ND: Vor einigen Tagen sorgte die Exmatrikulation von 32 Studierenden an der Kölner Universität für Aufsehen. Warum wurden die Kommilitonen exmatrikuliert?
    Gecer: Die Studienordnung der 32 Diplom- und Magisteranwärter war ausgelaufen. Sie hatten die Frist für die Magisterzwischenprüfung zum Ende Wintersemester 2010 / 2011 nicht eingehalten. Die Universitätsverwaltung war nicht bereit, diese Frist zu verlängern. Die Universitätsleitung hatte schon im Frühjahr die Exmatrikulationen angekündigt und in den vergangenen Tage die Bescheide rausgeschickt.

    Im Frühjahr war noch von bis 1600 Kommilitonen die Rede, die von der Exmatrikulierung betroffen sind. Ist es da nicht ein Erfolg, dass sie jetzt nur bei 32 Studierenden umgesetzt wurde?
    Darin kann ich keinen Erfolg sehen. Studierende sind keine Nummern. Es kommt uns auf jeden einzelnen Fall an. Zudem werden über die unmittelbar Betroffenen hinaus alle Kommilitonen unter Druck gesetzt. Die Angst vor einem Versäumen der Fristen wächst. Unter diesen Umständen erhöht sich die Gefahr, bei wichtigen Prüfungen und Klausuren zu versagen, noch zusätzlich.

    Warum konnten die Studierenden die Fristen nicht einhalten?
    Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Einige haben sich hochschulpolitisch engagiert, das heißt, sie haben sich für andere Kommilitonen eingesetzt; das kostet Zeit. Andere mussten nebenbei arbeiten, um sich überhaupt ein Studium leisten zu können. Auch Studierende mit Behinderungen oder mit Kind gehören zu den Exmatrikulierten.

    Was bedeutet das für die Betroffenen?
    Sie sind erst einmal aus der Hochschule raus. Einige von ihnen haben es vielleicht geschafft, sich an anderen Hochschulen zu bewerben, wo sie ihr Studium fortsetzen können. Aber dann müssen sie aus der Stadt wegziehen, und ob das als die beste Lösung bezeichnet werden kann, ist sehr fragwürdig. Schließlich haben sich die Studierenden zum Studienbeginn für die Universität Köln entschieden, mit der Absicht ihr Studium hier erfolgreich abzuschließen. Es wird wohl bitter: Einigen Betroffene droht wahrscheinlich die Arbeitslosigkeit als Perspektive.

    Wie können sich die Gemaßregelten wehren?
    Wenn die Exmatrikulation erst einmal ausgesprochen ist, ist das schwierig. Aber: Juristisch mag die Maßnahme einwandfrei sein, trotzdem ist der Umgang mit den Studierenden nicht hinnehmbar. Es handelt sich hier schließlich nicht um Daten, die einfach so aus der Kartei genommen werden können, sondern um Menschen. Wir sind weiterhin bemüht, einen politischen Druck gegen die Exmatrikulationen aufzubauen.

    Gibt es schon konkrete Projekte?
    Mittlerweile wurde unter exmatrikulation.blogsport.de eine Internetseite eingerichtet, auf der Informationen zum Thema zusammengetragen werden, um eine Solidaritätserklärung zu verfassen, die online unterschrieben werden kann. Es haben sich neben verschiedenen studentischen Initiativen auch gewerkschaftliche Gremien gegen die Exmatrikulationen ausgesprochen.

    Drohen an anderen Universitäten ähnliche Maßnahmen?
    Köln ist keine Ausnahme. Es gibt Befürchtungen von Studierenden, dass auch an anderen Hochschulen solche Restriktionen geplant sind. Auch aus diesem Grund setzen wir uns für die Rücknahme der Exmatrikulationen in Köln ein. Wir wollen verhindern, dass daraus eine Pilotprojekt wird.

    Fragen: Peter Nowak

  4. 4 Anne 31. August 2011 um 8:10 Uhr

    Hallo,
    ich habe vor einem Jahr mein Dipl-Biologiestudium geworfen. Grund: Ich gehörte an meiner Uni zum letzten Diplomstudiengang und hatte von Beginn an das Gefühl, dass die Uni uns eigentlich so schnell wie möglich los werden will. Da ich jedoch ein kleines Kind hatte und nebenher arbeiten musste, konnte ich im Leben nicht so schnell fertig werden, wie die Uni es von mir gefordert hat. Ich habe mir sogar überlegt, auf Bachelor zu wechseln, obwohl ich bereits im Hauptstudium war. In den Master zu wechseln wäre nicht gegangen und das trotz bestandenem Vordiplom und bereits etlichen Scheinen im Hauptstudium. Die Zwangsexmatrikulation fing bei uns dann auch bereits im Grundstudium an. Wir hatten einen Chemieschein zu machen, leider wurde die Chemieprüfung nur einmal im Jahr und das ohne Wiederholermöglichkeit angeboten. Wer an dem Tag krank war hatte Pech gehabt, wer nicht bestand hatte Pech gehabt, und Pech gehabt bedeutete an der Stelle, Glückwunsch, Chemie für Diplomer wird nicht mehr angeboten, du darfst auf Bachelor wechseln oder gehen.
    Ich bin über diesen ganzen Druck erkrankt und von Großzügigkeit seitens der Uni habe ich nicht viel mitbekommen. Die Fristen waren gesetzt und fertig. Wer nebenher Verpflichtungen hatte, hätte sich eben dreimal überlegen müssen, das Studium zu beginnen. Ich habe nicht auf Bachelor gewechselt, weil der straffe Stundenplan erst recht mit Kind und Arbeit unvereinbar gewesen wäre. Ich habe mein Diplom nicht gemacht, weil abzusehen war, dass ich es nicht in der gesetzten Frist geschafft hätte- also entschied ich mich für den freiwilligen Ausstieg. Entzückend ist jedoch auch, das möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass auch die Bachelor/Master unter der Umstellung gelitten haben. Teilweise wurden ihre Kurse mit den Diplomern besetzt und sie kamen nicht in die Veranstaltungen rein, wegen Überbelegung. Zumindest an meiner Uni gestaltete sich die Umstellung für alle Parteien als Sauerei.

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